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Freitag, 14. April 2017

Falsche Wahrnehmung, Fake News oder Schönfärberei im Wahlkampf?


Lokales

Von Bürgernähe weit entfernt


¥ Betrifft: Diskussionen zum Thema Windkraft im Paderborner Land. Jürgen Baur von der Dahler Initiative Windvernunft nimmt die Haltungen der Parteien unter die Lupe.


Wer als Kritiker der regionalen Windindustrialisierung die Wahlvorbereitungen der Parteien ins Visier nimmt, muss einräumen, dass die NRW-CDU ihre Positionen zum weiteren Ausbau der Windkraft nun auch programmatisch festgezurrt hat: regionale Deckelung dort, wo die Landschaften (wie im Kreis Paderborn) bereits jetzt durch Windkraftanlagen verbaut sind; nach wie vor aber nur Vages zu den Vorsorgeabständen. Klarer positioniert sich die NRW-FDP, die mit guten Gründen einen "grundlegenden Kurswechsel beim Ausbau der Windenergie" fordert (vgl. Landtag NRW, Drucksache 16/14648 vom 28. März).


Wofür aber steht die SPD? Wenn die Windkraftplanung im Paderborner Bauausschuss wieder einmal auf die Tagesordnung kommt, lautet der Tenor: Die SPD will einen weiteren Windkraftausbau - im Interesse des Gemeinwohls (F.-J. Henze, SPD). Welches Gemeinwohl? Im Falle der Paderborner Vororte (wie z. B. Dahl) ist es allein das Wohl der Landbesitzer und Investoren, während das Wohl der meisten anderen Bürger nichts gilt.


Wann wird sich wohl auch bei der Paderborner SPD die Erkenntnis durchsetzen, dass "Gemeinwohl" nicht die Privilegierung Einzelner, sondern das Wohl möglichst aller bedeutet - also auch derjenigen, die vom Windkraftausbau bloß in Mitleidenschaft gezogen werden? Wenigstens in dieser Hinsicht könnten sie von ihren Parteigenossen in Borchen einiges lernen.


In Lichtenau dagegen marschiert die SPD beim Ausbau der Windkraft vorneweg. Dort lässt Bürgermeister Jürgen Hartmann (SPD) Megaanlagen aus dem Boden stampfen, wo immer es zulässig ist. Wer die Landschaftsverbauung so frei von Skrupeln vorantreibt, braucht Schützenhilfe. Also wird die SPD-Wahlpropaganda als ein "Expertengespräch" inszeniert. Sogar zwei Paderborner SPD-Ratsmitglieder sekundieren: Lichtenau sei ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Mitnahme der Bevölkerung bei einem so "emotional besetzten Thema" wie dem für die Energiewende "alternativlosen" Windkraftausbau! Stellt sich die Frage, woher die Paderborner Genossinnen ihre Expertise nehmen. Denn bei genauerem Hinsehen ist diese kernige Aussage in jeder Hinsicht schlichtweg falsch (vgl. dazu u. a. www.prolichtenau.blogspot.com ). Wann dämmert es der SPD, dass vor allem Sachkunde hilfreich wäre, um dem einseitigen Lobbyismus der Windindustrie und der fehlgeleiteten Windkraftpolitik in der Stadt und im Kreis Paderborn Einhalt zu gebieten?


Große Botschaften verkünden bekanntlich auch die Bündnisgrünen. Wer die Sitzungen des Paderborner Bauausschusses verfolgt, kann jedoch schnell erkennen, dass dort, abseits aller Fakten, in erster Linie Ideologie verbreitet wird. Also wird jede Beschlussvorlage, die eine Deckelung des Windkraftausbaus in den bereits überlasteten Paderborner Vororten in Aussicht stellt, von den Bündnisgrünen konsequent abgelehnt. Und im Kreis wirft sich vor allem die bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende Kerstin Haarmann im Umweltausschuss für den ungebremsten Ausbau der Windkraft ins Zeug. Denn sie weiß, wovon sie spricht, da sie in verantwortlicher Position in das Lackmannsche Windkraftimperium eingebunden ist. Was anderswo als skandalöse Verquickung von privatwirtschaftlichen und politischen Interessen angeprangert wird, ist für die Bündnisgrünen nicht einmal ein Kavaliersdelikt. Sie betreiben Kommunalpolitik als verlängerter Arm der Windindustrie - und nennen das ökologische Verantwortung!


Die Zeche dieser verqueren kommunalen Windkraftpolitik zahlen die betroffenen Bürger doppelt und dreifach: mit der industriellen Verbauung ihrer unmittelbaren Umgebung, mit ständig steigenden Stromkosten, obwohl der vielbeschworene Klimaschutz auf diese Weise dennoch nicht vorankommt, und mit den psychophysischen Belastungen, denen sie tagtäglich unausweichlich ausgesetzt sind. Bürgernahe Kommunalpolitik? Glaube es, wer will!


Jürgen Baur


33100 Paderborn

Leserbrief
© 2017 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Mittwoch 12. April 2017

Siehe dazu auch diese Links
http://prolichtenau.blogspot.de/2017/03/fallt-das-unter-fake-news.html
http://prolichtenau.blogspot.de/2017/02/stellt-sich-die-lichtenauer-spd-elite.html

Mittwoch, 12. April 2017

Die Grünen beharren auf ihr Lieblingsspielzeug -die Windräder- und opfern dafür skrupellos den Naturschutz

 

Leibniz-Institut: Windrad tötet Rotmilan

GfN-Vorsitzender Hubertus Nolte fordert zudem Schutz des Schwarzstorches ein

 Westfälisches Volksblatt Ausgabe 12.04.2017

Wewelsburg/Bad Wünnenberg (WV). Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IWZ) in Berlin hat bestätigt, dass im Windpark Strautefeld in Wewelsburg ein Rotmilan mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Windkraftanlage getötet worden ist. »Die Art der Knochenbrüche lässt zusammen mit dem Fundort auf eine Kollision mit dem Rotor einer Windkraftanlage als Todesursache schließen«, schreibt Dr. O. Krone vom IWZ in seinem Untersuchungsbericht. Die Gemeinschaft für Naturschutz im Bürener Land (GfN) fordert nun, mehr für den Artenschutz zu tun.
Die Analyse nimmt die GfN zum Anlass, auf die aus ihrer Sicht »gravierenden Artenschutzkonflikte durch den ungehemmten Ausbau der Windenergie im Kreis Paderborn« hinzuweisen. »Der Windpark Strautefeld war unter Naturschützern hoch umstritten«, sagt Hubertus Illner, der im Genehmigungsverfahren vor sieben Jahren für die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) Stellung genommen hat. »Bei der Genehmigung wurden schwerwiegende Bedenken zum Schutz von Wachtelkönig, Wiesenweihe und Rotmilan nicht berücksichtigt.«
Der tote Rotmilan reihe sich in die Liste drei weiterer sicherer Rotmilan-Schlagopfer in Grundsteinheim, Hakenberg und Fürstenberg im Vorjahr ein, so die GfN weiter. Wahrscheinlich sei auch ein Vogel bei Eilern durch eine Windanlage zu Tode gekommen. »Bei allen Funden handelt es sich um Zufallsfunde. Es gibt keine systematische Schlagopfersuche durch unabhängige Stellen. Fünf tote Rotmilane sind nur die Spitze des Eisberges«, sagt GfN-Vorsitzender Hubertus Nolte.
Auch der Schutz des Schwarzstorches, den die GfN vor einem Jahr bei Dahl gefunden hat, gerate immer mehr zur Posse. Nachdem der Kreis Paderborn im vergangenen Jahr drei Windräder durch eine Ordnungsverfügung abschalten konnte, warten Naturschützer bis jetzt vergeblich auf die erneute Abschaltung, obwohl der Schwarzstorch zurückgekehrt sei und mit der Brut begonnen habe. Vor acht Wochen habe sich das Umweltministerium des Landes eingeschaltet. Eine »Task-Force« des Umweltministers Johannes Remmel bemühe sich nach GfN-Angaben offensichtlich, »den Präzedenzfall mit Signalwirkung für weitere Verfahren im Lande zu verhindern und blockiert auf diese Weise effektiven Artenschutz«.
»Wir gehen davon aus, dass der Kreis seine Verantwortung zum Schutz des Schwarzstorches ernst nimmt und Landrat Müller unabhängig von Minister- und Investorenwünschen kurzfristig die Abschaltung verfügt«, zeigt sich Hubertus Nolte zuversichtlich.

Lokales

Tote Rotmilane unter Windriesen

Gemeinschaft für Naturschutz: Berliner Institut analysiert einen Vogel als Schlagopfer.

Der Schwarzstorch brütet wieder bei Paderborn-Dahl und ihm droht Gefahr


Kreis Paderborn. Die Gemeinschaft für Naturschutz im Bürener Land (GfN) sieht durch die vielen Windenergieanlagen Rotmilane in der Region als Schlagopfer der Rotoren. Das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung belege dies mit der Untersuchung eines toten Vogels aus dem Windpark Wewelsburg. Bedroht durch die Windriesen seien auch Schwarzstörche, die wieder bei Paderborn-Dahl brüten.


Die jetzt vorliegende Analyse zur Todesursache eines im Windpark Strautefeld (Wewelsburg) gefundenen Rotmilans nimmt die GfN zum Anlass, auf die gravierenden Artenschutzkonflikte durch den Ausbau der Windenergie im Kreis Paderborn hinzuweisen.


Das Leibniz-Institut kommt nach der Sektion zu dem Befund, dass der Rotmilan mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Kollision mit einer Windenergieanlage zu Tode gekommen ist. "Dieser Windpark war unter Naturschützern hoch umstritten", so Hubertus Illner, der im Genehmigungsverfahren vor sieben Jahren für die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) Stellung genommen hatte: "Bei der Genehmigung wurden schwerwiegende Bedenken zum Schutz von Wachtelkönig, Wiesenweihe und Rotmilan nicht berücksichtigt."


Der tote Rotmilan von Wewelsburg reiht sich nach Darstellung der GfN in die Liste von drei weiteren sicheren Rotmilan-Schlagopfern in Grundsteinheim, Hakenberg und Fürstenberg im vergangenen Jahr ein. Wahrscheinlich kam auch ein fünfter Vogel bei Eilern durch eine Windenergieanlage zu Tode. "Bei allen Funden handelt es sich um Zufallsfunde", so der GfN-Vorsitzende Hubertus Nolte - und er erklärt weiter: "Es gibt keine systematische Schlagopfersuche durch unabhängige Stellen." Fünf tote Rotmilane sind für ihn "nur die Spitze des Eisbergs".


Der Schutz des Schwarzstorches bei Dahl, auf den die GfN vor einem Jahr hingewiesen hatte, gerät aus Sicht der Naturschützer immer mehr zur Posse. Nachdem der Kreis Paderborn im vergangenen Jahr drei Windräder durch eine Ordnungsverfügung abschalten ließ, sind neuerliche Maßnahmen bislang Fehlanzeige. Der Schwarzstorch hat laut GfN bereits mit der Brut begonnen.


Vor acht Wochen hätte sich das NRW-Umweltministerium in diesen Fall eingeschaltet, so Nolte. Eine sogenannte "Task-Force" von Minister Johannes Remmel bemühe sich offenbar darum, einen Präzedenzfall mit Signalwirkung für weitere Verfahren im Lande zu verhindern. Damit werde der Artenschutz blockiert.


"Wir gehen davon aus, dass der Kreis seine Verantwortung zum Schutz des Schwarzstorches ernst nimmt und Landrat Müller unabhängig von Minister- und Investorenwünschen kurzfristig die Abschaltung verfügt," zeigt sich Hubertus Nolte dennoch zuversichtlich.


© 2017 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Mittwoch 12. April 2017

Montag, 3. April 2017

"Wann wird im Kreis Paderborn eine bedarfsgerechte Befeuerung Realität?" Auch den Lichtenauer Bürgern wurde mehrfach versprochen, dass bedarfsgerechte Befeuerung eingeführt wird, sobald entsprechende Technologien dafür zur Verfügung stehen. Die Einlösung dieses Versprechen ist längst überfällig.


Norddeutsche Rundschau

Windkraft : Ende für Dauerblinken ist in Sicht
vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau
Amt fordert Betreiber von Beidenflether Windpark zum Nachrüsten bedarfsgerechter Systeme bis 10. September auf. 

Wir von vielen als nervig empfunden: das Dauerblinken mehr als 100 Meter hohen Windkraftanlagen. Ein Blinkfeuer-System, dass nur bei Bedarf – also wenn sich Flugzeuge nähern – in Gang reagiert, wurde von der Flugsicherung vor eineinhalb Jahren genehmigt.   
Vom Spätsommer an könnte das lästige Dauerblinken auf großen Windkraftanlagen ein Ende haben. Die Betreiber entsprechender Anlagen in Beidenfleth sind vom Amt Wilstermarsch aufgefordert worden, bis dahin eine so genannte bedarfsgerechte Befeuerung der mehr als 100 Meter hohen Windräder nachzurüsten. Die Blinklichter sind dann nur noch zu sehen, wenn sich in einem definierten Luftraum ein Flugzeug nähert.
Der Leiter des Bauverwaltungsamtes in Wilster, Matthias Block, bestätigte gegenüber unserer Zeitung einen Schriftverkehr, den er mit Gerhard Beyer aus Groß Kampen geführt hat. Der Beidenflether hatte sich über die Amtsverwaltung an den Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewandt und auf einen im März 2013 geschlossenen städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde Beidenfleth und dem Vorhabenträger verwiesen. Darin ist unter anderem geregelt, dass eine Nachrüstung spätestens zwei Jahre nach Genehmigung und Markteinführung entsprechender Systeme zu erfolgen hat. Eigentlich, so argumentiert Beyer, hätte dies aus seiner Sicht schon Ende vergangenen Jahres erfolgt sein müssen. Er verweist darauf, dass die technische Zusatzausstattung bereits im August 2014 durch die deutsche Flugsicherung anerkannt worden sei. Ein Jahr später sei dies als neue Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Lufthindernissen mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger auch in Kraft getreten.
Wie es dazu aus dem Wilstermarsch-Bauamt hieß, habe es sich bei der Anerkennung aus dem Jahre 2014 lediglich um eine vorläufige gehandelt. Endgültig grünes Licht habe es erst mit dem Stichtag 11. September 2015 gegeben. An diesem Datum orientiert sich nun auch die Verwaltung und legt den Termin bis zur Nachrüstung mit dem 10. September 2017 fest.
„Wir befassen uns damit, so etwas umzusetzen“, bestätigte gestern Sönke Krey als Geschäftsführer der Windpark Beidenfleth Verwaltungs GmbH den Vorstoß aus der Amtsverwaltung. Krey betonte allerdings, dass die Nachrüstung auch unter wirtschaftlichen Aspekten zu bewerten sei. Details zu möglichen Kosten wollte er aber nicht nennen. Nur so viel: „Wir sind an einer großen Lösung dran.“ Neben Beidenfleth, so der Sprecher weiter, werde nämlich auch noch ein Windpark in Dithmarschen betrieben. Eine Komplettlösung für alle Anlagen sei daher nur vernünftig. „Wir können uns aber auch nicht unter Druck setzen lassen“, betonte Krey. Letztlich müsse eine solche Nachrüstung ja umsetzbar und vor allem auch technisch ausgereift sein. Er wies dabei auch auf einen Zusammenhang mit der in der Region im Bau befindlichen Breitbandversorgung hin, da hier ja auch sehr große Datenmengen bewegt werden müssten. „Dass wir das wollen, steht außer Frage“, versicherte er mit Blick auf die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Bevölkerung, was auch im Interesse der Betreiber sei. Krey wies zudem daraufhin, dass die Gemeinde schon jetzt vom Betrieb der Anlagen profitiere. Eine erste Zahlung von Gewerbesteuern sei inzwischen schon geleistet worden. Gerhard Beyer hofft nun, dass die Blinklichter im September weitgehend verschwinden, was sich auf Beidenfleth positiv auswirken werde. „Ich befürchte aber, dass es so rund nicht laufen wird.“
Vorsorglich teilte er dem Bürgermeister schon mit, dass man das Argument möglicher unangemessener Kosten nicht gelten lassen könne. Schließlich sei die Pflicht zur Nachrüstung vertraglich geregelt. Mögliche Kosten dürften dann ja wohl auch in die Kalkulation für Bau und Betrieb der Anlagen schon eingeflossen sein.

Mittwoch, 29. März 2017

»Weitere Windräder wahrscheinlich«

CDU-Infoveranstaltung zum Entwicklungsplan

 WV v. 29.03.2017 Seite 10
 

Lichtenau(WV). Auf Einladung des CDU Stadtverbandes Lichtenau informierten in der Begegnungsstätte der Vorsitzende des Detmolder Regionalrates, Reinold Stücke, sowie der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung OWL, Meinolf Päsch, über die zu erwartenden Auswirkungen des neuen Regionalplanes auf die Städte und Gemeinden im Kreis Paderborn. Das Thema stieß auf großes Interesse.
So konnte die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Birgit Rebbe-Schulte, nicht nur viele Mitglieder der CDU, unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Wange und der Landtagskandidat Bernhard Hoppe-Biermeyer, begrüßen. Auch Nicht-Parteimitglieder wollten Informationen aus erster Hand.
Die Referenten machten deutlich, dass kein Weg an den Vorgaben des von der Landesregierung in Düsseldorf verabschiedeten Landesentwicklungsplanes (LEP) bei der Ausgestaltung des Planes für die hiesige Region vorbeiführe. Viele Änderungsanträge zum LEP seien von der Düsseldorfer Regierung abgelehnt worden. In seiner jetzigen, beschlossenen Form seien aber viele Bestimmungen des LEP, die in dem Regionalplan umzusetzen sind, von katas­trophaler Auswirkung speziell für den ländlichen Raum und für kleinere Orte. Gemeinden und Ortsteile mit weniger als 2000 Einwohnern würden von einer Weiterentwicklung geradezu abgeschnitten. »Ausweisungen neuer Wohn- und Gewerbegebiete sind dort nicht mehr möglich. Die kommunale Selbstverwaltung wird in ganz erheblichem Maße eingeschränkt«, zieht Birgit Rebbe-Schulte ein Fazit der Veranstaltung. Besonders erschrocken machte viele Lich­tenauer Zuhörer die Aussage, dass die Errichtung weiterer Windkraftanlagen nicht nur nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich sei. Von der im LEP festgeschriebenen Fläche für den Regierungsbezirk Detmold die »unter Wind zu nehmen« sei, werde wohl ein erheblicher Anteil dem Kreis Paderborn zugewiesen werden müssen. »Da zwei wesentliche Merkmale Lichtenaus die große Fläche des Stadtgebietes und eine überdurchschnittliche Windhöffigkeit sind, ist es wohl blauäugig anzunehmen, die Genehmigung des letzten Windrades sei schon erfolgt«, bilanziert die Stadtverbandsvorsitzende. Wie beide Referenten betonten, ist die Erstellung und Verabschiedung eines Landesentwicklungsplanes ein langwieriger Prozess. Eine völlige Neufassung wäre selbst bei einem Regierungswechsel im Mai nicht in Monatsfrist möglich. Jedoch seien Modifikationen zur Vermeidung und Abmilderung der größten Übel auch kurzfristig denkbar.

Freitag, 24. März 2017

Fällt das unter Fake News?



Lichtenau: Vorbild in Sachen Bürgerinformation!

So läuft es in Lichtenau!

Siehe dazu diesen Link:

Die betroffenen Bürger in Lichtenau haben eine andere Wahrnehmung als oben genannter Radiosender:
Die Technische Hochschule in Aachen sollte noch wahrheitsgemäß aufgeklärt werden!
ProLichtenau empfiehlt deshalb der Technischen Hochschule folgenden Link und die Einsichtnahme in die Internetseite ProLichtenau!
http://prolichtenau.blogspot.de/2014_11_01_archive.html

http://prolichtenau.blogspot.de/search/label/Presse?updated-max=2015-03-03T12:08:00%2B01:00&max-results=20&start=95&by-date=false 


Mittwoch, 22. März 2017

Und wieder bearbeiten die Investoren die Natur mit der Brechstange!


Atteln(WV). Rechts und links von einer dichten, hohen Hecke gesäumt: So kennen die Attelner den Weg, der in Richtung Ebbinghausen links hoch zum Windpark führt. Nun ist dort alles kahl. »Eine Sauerei«, sagt Ulli Eichelmann.
Ökologisch wertvolle Hecken auf einer Länge von insgesamt 350 Metern seien in Atteln in vier verschiedenen Bereichen zerstört worden, außerdem etliche Obst- und Ahornbäume und etwa 14 Buchen – und zwar um den Bau- und Transportfahrzeugen die Zufahrt zum Windpark Altenautal zu erleichtern. So schreibt es Eichelmann in seiner Anzeige, die er beim Umweltamt des Kreises Paderborn erstattet hat.
Alle Maßnahmen seien in Ordnung und genehmigt, beschied man den Attelner Umweltschützer dort zunächst. Nach einem Termin vor Ort in der vergangenen Woche hat sich für die Fachleute des Kreises die Sachlage nun allerdings geändert. Einige der Baumaßnahmen entsprächen nicht dem Genehmigungsbescheid, hat Sprecherin Michaela Pitz gestern auf WV-Anfrage mitgeteilt. Im Bereich der Zuwegung habe der Kreis deshalb nun erst einmal alle Arbeiten gestoppt, um die Lage vor Ort detailliert prüfen und klären zu können.
Im Windpark Altenau laufen zurzeit Repowering-Maßnahmen und der Bau von Fundamenten für neue Windkraftanlagen parallel. In der Artenschutzprüfung, die die Investoren dafür vorlegen mussten, heißt es: »Die Standorte (der Windenergieanlagen) befinden sich ausschließlich auf Ackerflächen, und für die Anlagen und deren Zuwegung werden keine Gehölzbestände entfernt«.
Genau das sei nun aber geschehen, ärgert sich Ulli Eichelmann. Die Hecken seien auch keineswegs »auf den Stock gesetzt worden« und könnten nun wieder ausschlagen. Erstens sei der Kahlschlag dazu viel zu gründlich ausgefallen. Zweitens sei entlang des Weges schon mit Pfosten abgesteckt wie und wo er verbreitert werden solle, die Hecken fielen dabei weg.
Insgesamt 30 bis 35 Vogelarten mit 60 bis 70 Brutpaaren, außerdem Kleintiere wie Igel und Wiesel und unzählige Insekten, so schätzt der Umweltschützer, hätten durch die Aktion ihre Heimat verloren, darunter etliche geschützte Arten. »Die Leute fragen sich in letzter Zeit oft: Wo sind eigentlich die ganze Vögel im Garten geblieben? Dass genau solche Maßnahmen dazu beitragen, dass es immer weniger Vögel gibt, sehen viele gar nicht«, sagt Eichelmann. Die Landschaft sei heute industrialisiert, umso mehr gelte es, für die letzten ökologisch wertvollen Reste zu kämpfen.
Nachdem der Schaden in Atteln nun angerichtet ist, kann aus Eichelmanns Sicht nur noch eines helfen: »Kein Bußgeld für die Verursacher, sondern Ausgleichmaßnahmen – und zwar in einem Ausmaß, das der Investitionssumme von 30 Millionen Euro auch gerecht wird.« Direkt vor Ort sollten neue Hecken gepflanzt werden. Doch selbst dann bräuchte es etwa zehn Jahre, bis der ökologische Wert wieder hergestellt sei.


© 2017 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Mittwoch 22. März 2017
Lokales




Baustopp nach illegalen Abholzungen

Wirtschaftsweg-Verbreiterung für Windenergie-Transporte: Umweltschützer Ulrich Eichelmann schaut selbst in die Antragsunterlagen und listet Verstöße auf. Typischen Heckenvögeln fehlt Lebensraum


Lichtenau-Atteln. Der Kreis Paderborn hat die Arbeiten an der Zuwegung zum Windpark Altenautal zwischen Atteln und Ebbinghausen stoppen lassen. Umweltschützer Ulrich Eichelmann (Wien/Atteln), er hatte der Behörde Abholzungen von Hecken und Bäumen angezeigt, (die NW berichtete exklusiv), nahm am Montag in der Kreisverwaltung persönlich Einsicht in die Genehmigungsunterlagen. Er wies auf die Verstöße beim Abgleich der Antragsunterlagen der Windparkbetreiber mit den Abholzmaßnahmen hin.


In der Umweltverträglichkeitsprüfung hatten die Windkraftinvestoren behauptet, dass für die Zuwegung "keine Gehölzbestände entfernt" würden. In der Artenschutzprüfung stellten die Antragsteller zusammenfassend fest, das "Fortpflanzungs- und Ruhestätten" von Vögeln "weder beim Bau noch im Betrieb zerstört oder beschädigt" würden.


Eichelmann, der sich seit Jahrzehnten in der Heimat für die Renaturierung der Altenau einsetzt, erläuterte gestern in der Feldflur Auf der Baren, die Schäden unter anderem an drei breiten Heckenkomplexen - und deren Bedeutung für die Natur und Vogelwelt. Weil diese Hecken frei (nicht am Waldrand) standen, wären sie wärmer und würden Ausflüge nach beiden Seiten ermöglichen.


Der Attelner listete überschlagsmäßig 10-15 Vogelarten und 30-40 Brutpaare auf, die auf der zerstörten Fläche keine Heimat mehr finden würden. "Die kommen jetzt im Frühjahr wieder - und alles ist weg", so Eichelmann zu diesen "Traditionalisten". Weiterhin hätten hier "Abertausende von Insekten" und auch Tiere wie der Igel ihr Zuhause verloren.


Die untere (rechte) Seite dieses Wirtschaftsweges hinauf zum Windpark Altenautal ist im Biotopkataster des Landes Nordrhein-Westfalen eingetragen. Die so als schützenswert gekennzeichnete Fläche habe für die Zukunft eine Verbesserung zum Ziel - "hier ist das Gegenteil gemacht worden", so Eichelmann. Die Zerstörungen würden einen Verlust von rund zehn Jahren bedeuten.


Der Umweltschützer fordert jetzt von den Windparkbetreibern und vom Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde großflächige Ersatzmaßnahmen. An diesem Blumenberg südlich von Ebbinghausen müssten dafür Flächen erworben und neue Hecken gepflanzt werden. Ein möglicherweise von der Kreisverwaltung gegen die Windparkbetreiber zu verhängendes Bußgeld von vielleicht 2.000 Euro hält der Attelner bei Windpark-Investitionen in Höhe von 20-30 Millionen Euro für "nicht erwähnenswert".


"Du musst gegen solche Naturverletzungen aufstehen, sonst bleibt am Ende nichts mehr übrig", fordert Eichelmann zum Widerstand gegen "Recht, das verbogen wird" auf. Vor einigen Tagen hatte der Kreis Paderborn ihm in dieser Angelegenheit noch auf dem Schriftwege behauptet, dass alle Maßnahmen genehmigt wären, so der Umweltschützer.


Durch den Buchenkahlschlag in der Kurve Hinterholz/Auf der Baren zur Vergrößerung des Radius? sei weiteren 15 Vogelarten und 30 Brutpaaren der Lebensraum zerstört worden.





Samstag, 18. März 2017

Wenn es um Windkraft geht, steht die Natur hinten an!


Schläge gegen geschützte Natur

Verbreiterungen der Wege zu Windvorranggebieten: An Wegesrändern zwischen dem Altenautal und Ebbinghausen wurden Hecken, Büsche und Bäume abgeholzt - Lebensräume besonderer Arten zerstört


Lichtenau. Bäume und Büsche fallen im Frühjahr vielenorts unter Sägen zu Boden - in diesem Fall auch seltene Hecken. Im Altenautal und hinauf nach Ebbinghausen sind damit Wirtschaftswege für den Transport von Windkraftanlagen freigeschnitten worden. Der Naturschützer Ulrich Eichelmann (Wien/Atteln) sieht hier "wertvolle Lebens- und Ruheräume für besonders geschützte Arten im Raum Atteln zerstört".


Eichelmann, der nach wie vor auch für die Renaturierung der Altenau kämpft, hat die Zerstörungen aufgelistet: rund 350 Meter alte Hecken, 15 Buchen im Lebensalter von etwa 100 Jahren sowie etliche Obst-, Ahorn- und weitere Bäume. Der Naturschützer hat eine Gesamtfläche der Rodungen von 1.500 Quadratmetern errechnet.


In seinem Schreiben an den Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde zeigt er aus seiner Sicht einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz an. Zudem sei den Behörden der Wert der Hecken bekannt, weil diese im Biotopkataster NRW "explizit als schutzwürdig erfasst" sind, so Eichelmann. Er nennt konkret den Grünlandkomplex am Blumenberg südlich Ebbinghausen.


Von den gefällten Bäumen und auf den Stock gesetzten Büschen und Hecken war gestern kaum noch etwas zu sehen. Seitenstreifen der Wirtschaftswege waren von einer Straßenbaufirma bereits ausgekoffert worden. Mit Erdmaterial und Kies wird der Boden bereits für die bevorstehenden Transporte verdichtet. Im Windpark Altenautal sollen demnächst drei Windkraftanlagen repowert und zwei neue Riesen errichtet werden. Die Wege werden weiterhin von WestfalenWind für den Bau von sieben neuen Anlagen genutzt.


Für beide Gesellschaften bestätigte gestern WestfalenWind-Sprecher Daniel Saage die Rodungsarbeiten - und sagte: "Aus unserer Sicht liegen für diese durchgeführten Arbeiten jeweils Genehmigungen seitens des Kreises vor." Der Kreis Paderborn will die Eingriffe in die Natur vor Ort mit den Genehmigungsbescheiden noch überprüfen. "Straßen und insbesondere Kurvenabschnitte müssen verbreitert und Rodungen vorgenommen werden", erklärte Kreissprecherin Michaela Pitz gestern, "um die logistische Herausforderung der Anlieferung von Windkraftanlagen mit Größe und Gewicht sicherzustellen."


Landwirt Anton Kahmen aus Atteln, Gesellschafter des Windparks Altenautal, verwies gegenüber der Neuen Westfälischen auf nur "50 Meter Hecke", die auf den Stock gesetzt worden wäre und sagte weiter: "Direkt am Straßenrand halten sich keine Tiere auf." Die Windpark-Gesellschaft müsste als Auflage des Kreises Paderborn unter anderen etwa zwölf neue Bäume pflanzen: "Dafür haben wir ein Jahr Zeit."



© 2017 Neue Westfälische
15 - Paderborn (Kreis), Freitag 17. März 2017